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Fragen und Antworten:
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Wir bekommen häufig Fragen über die Nordbahntrasse gestellt, welche viele Wuppertaler früher als Eisenbahnstrecke genutzt und in ihr Herz geschlossen haben. Seit 10 Jahren befährt kein Zug mehr die Trasse und seit ca. 20 Jahren wird kein Passagier mehr befördert. Erst als bekannt wurde, dass die WuppertalBewegung die ehemalige Bahntrasse zu einem Fuß- und Radweg umbauen will, wurden Stimmen nach einer Wiederbelebung eines Eisenbahnbetriebes laut. Durch die Bürgerinitiative ist die Trasse wieder ins öffentliche Interesse gerückt und der Wunsch nach einer Reaktivierung daher verständlich. Es fanden sich zwar Eisenbahnliebhaber die Forderungen stellten, es gab aber niemanden, der sich aktiv für einen solchen Betrieb einsetzen und ihn finanzieren wollte. Daher wurde die Hoffnung auf den Erhalt von Gleisen sowohl für einen Bahn- als auch für einen Draisinenbetrieb schweren Herzens aufgegeben und dieses Kapitel als abgeschlossen betrachtet. Nachdem sich bis kurz vor dem Rückbau der Schienen niemand gefunden hatte, der sich für den Erhalt der Gleise einsetzt, haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte ein Konzept zum Erhalt eines Gleisstücks für eine Draisinenkurzstrecke erarbeitet und das Projekt inzwischen in die Tat umgesetzt.
Warum baut man einen Rad-/ Wanderweg und nutzt nicht die Strecke als Nahverkehrsweg? Durch die parallel verlaufende Bergisch-Märkische-Strecke, die Schwebebahn und gute Busverbindungen ist der Betrieb der Rheinischen Strecke nahverkehrstechnisch nicht rentabel. Bereits viele Jahre vor der Stilllegung war die Rheinische Strecke unrentabel. Die Stadt muss an allen Enden sparen und da die Nordbahntrasse zwar schön, aber verkehrstechnisch nicht notwendig ist, ist der Betrieb undenkbar. Wer eine Fahrkarte von Elberfeld nach Barmen kauft zahlt 2,30 Euro. Das finden viele schon zu teuer, aber in jeder Fahrkarte stecken Subventionen, denn für 2,30 Euro würde sich weder der Bus noch der Fahrer finanzieren lassen. Für die Nordbahn würde das Gleiche gelten, bloß in ganz anderen Dimensionen. Ein Bahnbetrieb würde bedeuten, dass unsere knappen Steuermittel an anderer Stelle in der Stadt fehlen, ohne, dass es für die breite Masse der Bürger Wuppertals einen Mobilitätsvorteil bringen würde.
Hätte man nicht eine Museumsbahn fahren lassen können?
Schon beim Bau der Strecke vor 130 Jahren zeichnete sich ihr finanzieller Aufwand wegen der vielen Viadukte und Tunnel ab. Der Betrieb einer Museumsbahn müsste Eintrittsgelder verlangen, mit denen sich die Instandhaltung aller Bauwerke, der Strecke, der Züge und des Personals decken lassen. Das wäre kein Fahrpreis mit dem alle glücklich wären und über kurz oder lang würde die Insolvenz drohen.
Warum hat man nicht wenigstens die Gleise liegen gelassen um eventuell eine Museumsbahn oder Draisine parallel zu betreiben?
Hierbei handelt es sich um eine sehr häufige und fassettenreiche Frage: Zunächst einmal gehörten alle Grundstücke der Strecke der Bahn bzw. der Tochtergesellschaft Aurelis. Die WuppertalBewegung hat diese Grundstücke gekauft und an vielen Stellen, gerade an den Bahnhöfen, sind diese Grundstücke sehr wertvoll. Drei Meter mehr Wegfläche für Radweg, Fußweg und Gleisprofil würde den Kaufpreis noch weiter steigern und weniger Gestaltunsgfreiräume lassen. Zudem müssten die Gleise von ihrer Position verschoben werden (beispielsweise auf dem Steinweg-Viadukt wo das Gleis zuletzt mittig lag), was nicht von einem Bagger und Ein-Euro-Kräften zu erledigen wäre. Für die Hälfte der Trassenzugänge müsste ein Bahnübergang gebaut werden und eine Gefährdung von Radfahrern durch Schienenfahrzeuge wäre auch nicht auszuschließen. Ein weiteres Problem sind die Viadukte, denn sie müssen alle von oben abgedichtet werden. Das bedeutet den kompletten Ausbau der Gleisanlage und anschließenden Wiedereinbau durch Spezialkräfte. Das hätte das Schweißen der Schienen, Austauschen defekter Schwellen und weniger Platz für den Bauverkehr zur Folge. In den Tunneln gäbe es das nächste Problem, da die Tunnel für zwei Gleise ausgelegt sind. Auf die freie Fläche eines Gleises passt aber nicht der sechs Meter breite Rad- und Fußweg. Den Weg dort zu verjüngen würde Stau- und Unfallgefahr bedeuten. Das letzte und letztendlich auch das schlagende Argument sind allerdings die Kosten, denn der Erhalt der Strecke als Rad-Wanderweg und der damit verbundene Kauf von der Bahn lässt sich finanziell nur durch den Verkauf der Gleisanlagen stemmen. Jeder Meter Gleis muss bezahlt werden und das, wo schon jetzt das Geld für den Wegebau knapp bemessen ist. Fest steht: Würde man den Radweg nicht bauen, würde die Strecke weiter verrotten und letztendlich die imposanten Viadukte abgerissen und die Tunnel zugeschüttet werden. EU-Mittel für eine Museumsbahn in dem Umfang zu bekommen, wie für einen Rad- und Wanderweg, ist unmöglich, da das öffentliche Interesse ein anderes ist. Auch wenn die Stilllegung einer Bahnstrecke für viele eine traurige Wahrheit ist, so sollte man mit Vorfreude in die Zukunft schauen, da man weiterhin unsere Nordbahn mit allen Bahnhöfen und Aussichten erfahren und nutzten kann – nur eben nicht in einem Zug.
Warum wird das Geld nicht für wichtigere Projekte in der Stadt eingesetzt, wenn Wuppertal doch so arm ist?
Man sollte klar unterscheiden, woher das Geld kommt. Es gibt so viele verschiedene Interessen wie es Menschen in Wuppertal gibt. Einige wollen intakte Straßen, andere einen Umbau des Döppersbergs. Fest steht: Mit dem Projekt Nordbahntrasse wird kein Geld der Stadt vergeudet, denn der finanzielle Aufwand wird neben den Spenden auch von Zuschüssen gedeckt, die es nur für ein solches Projekt gibt. Eine anderweitige Verwendung der EU-Gelder und Zuschüsse ist nicht möglich, denn diese Zuschüsse gibt es nur für die Nordbahntrasse als Rad-Wanderweg. Das bedeutet gleichzeitig, dass dieses Geld auch an keiner anderen Stelle fehlt. Viel mehr wird die Nordbahntrasse als Radweg etwas für das Image der Stadt tun und somit kann der Wuppertaler Bürger auch bei kleinstem Interesse an seiner Stadt nur gewinnen. Übrigens: Es steht jedem Bürger frei, eine eigene Bürgerbewegung zu gründen und im jeweiligen Interesse für Spenden und Zuschüsse zu werben.
Wieso gibt es dann überhaupt die Draisinenstrecke?
Unser Draisinengleis hat einen angenehmen Vorteil, denn es verläuft über mehr als die Hälfte des Weges auf einem Grundstück, das entweder nicht für die Industrie nutzbar ist oder sogar der Stadt gehört. Zudem behindert es nicht den Fuß-Radweg und der größte Teil der Gleisanlage ist bereits verlegt und in gutem Zustand.
Und warum kostet die Draisinenfahrt nichts?
Zunächst einmal möchten wir allen Mitbürgern die Möglichkeit einer Draisinenfahrt geben. Zudem empfindet jeder die Fahrtstrecke anders und wir möchten vermeiden, dass einzelne Fahrer unsere Preise zu hoch oder zu niedrig empfinden. Wir möchten, dass jeder selbst entscheidet, wie viel ihm das wert ist und sind daher für jede Spende in beliebiger Höhe dankbar. Zahlen Sie, was Sie zahlen möchten und denken Sie daran, dass jede Spende ausschließlich dem Material zu Gute kommt, was wir benötigen um die Strecke betreiben und gestalten zu können. Unser Einsatz, der oftmals mehre Stunden täglich ausmacht, ist ein Ehrenamt.
Was hat die Gruppe Eisenbahngeschichte mit der Draisinenstrecke zu tun?
Am Anfang gab es nur die Gruppe Eisenbahngeschichte, dessen Ziel es ist, den historischen Charakter der Rheinischen Strecke zu erhalten. Das bedeutet, dass wir an vielen Stellen gestalterisch erinnern möchten, dass diese Strecke eine 130-jährige Geschichte als Eisenbahntrasse hat. Das soll durch den Rad-Wanderweg nicht verloren gehen und so haben wir originale Teile aus der Zeit der Rheinischen Strecke gesichert, restauriert und werden sie wieder aufstellen. Das sind unter Anderem Kilometersteine, Signale und die Beschilderungen der Bahnhöfe sowie Bahnhofsuhren. Was liegt aber näher, als einen ganzen Schienenstrang an originaler Position zu erhalten und ihn in Gedenken an die Zeit der Züge auszubauen?! Wir hatten bei der Demontage der Weichenteile im Bereich Loh diese Idee, haben sie weiter verfolgt und darum gekämpft dieses Teilstück zu erhalten. Um es mit Leben zu füllen ist die Draisinenfahrt natürlich eine gefundene Lösung und so ist in vielen Konferenzen und mit vielen Plänen und Berechnungen die Draisinestrecke mit dazugehöriger Arbeitsgruppe entstanden.
Wie kann ich mithelfen?
Wir sind ein bunt gemischter Haufen aller Altersgruppen aus der ganzen Umgebung und für jede Art der Unterstützung sehr dankbar. Schreiben Sie uns am besten eine E-Mail.
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